Kleider machen (eben doch?) Leute.

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Was hat ein Bischof abends beim Fernsehen an, wie geht eine Geisha zum Supermarkt? Es besteht kein Zweifel daran, dass eine Uniform dem Träger bzw der Trägerin eine gewisse Authorität und Haltung verleiht, aber machen Kleider wirklich Leute? Der Beantwortung dieser Frage hat sich die Fotokünstlerin Herlinde Koelbl mit beeindruckenden Doppelporträts genähert, die derzeit im deutschen Hygienemuseum in Dresden ausgestellt sind.

Bischof, Geisha, General: Ist es die Berufskleidung, die einem Menschen seine Identität verleiht? Die ca. sechzig - teilweise lebensgroßen - Porträts zeigen ein breites Spektrum an Berufen auf, die alle gesellschaftlichen Schichten widerspiegeln.

Gut für den Betrachter: Die human gehaltenen Fotografien sind nicht im Arbeitsumfeld der Menschen entstanden, sie wurden vor grauem Hintergrund abgebildet. Auch dadurch erhöht sich die Diskrepanz zwischen Freizeit-Look und "Uniform". Herlinde Koelbl hat natürlich auch darauf geachtet Berufe auszuwählen, die den gewissen "Aha-Effekt" haben sobald die Berufskleidung gegen den Freizeitlook ausgetauscht wird.

Die dargestellten Personen - vom Anwalt bis zum Sargträger - kommen neben den Bildern in einem kleinen Text selbst zu Wort und beschreiben ihr persönliches Verhältnis zur Berufskleidung.

Bei einem kleinen Ausflug nach Dresden konnten wir uns selbst von der Wirkung der Bilder überzeugen und (müssen im ein oder anderen Fall) gestehen, dass Kleider eben doch manchmal Leute/Berufe machen.

Lieben Gruß, Greta&Luis