Der Fall Chodorkowski

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Fünf Jahre Arbeit. Gespräche mit mehr als 70 Zeitzeugen. 180 Stunden Filmmaterial. Ausgaben von 400.000 EUR. 2 Einbrüche. 4 gestohlene Computer. 1 Endfassung. Das sind die Rahmendaten zum Dokumentarfilm Der Fall Chodorkowski. Der deutsche Regisseur (mit russischen Wurzeln) Cyril Tuschi hat sein Werk über den russischen Oligarchen Mikhail Chodorkowski und dessen Inhaftierung bei der diesjährigen Berlinale uraufgeführt, obwohl kurz vor der Premiere in Tuschis Berliner Produktionsräume eingebrochen worden war und die Beute neben vier Computern auch die Endfassung des Films beinhaltete.

Warum sorgt dieser Fall weltweit für Aufsehen? Mikhail Chodorkowski (1963 in Moskau geboren) ist russischer Unternehmer, früherer Oligarch und ehemaliger Vorstandsvorsitzender des Ölkonzerns Jukos, den er 1995 für “nur” 300 Millionen Dollar aufkaufte. 2002 ist Chodorkowski der reichste Mann der Welt unter 40 Jahren und Jukos ist sechs Milliarden Dollar wert. Durch die öffentliche Kritik an der Regierung Putins, die Unterstützung mehrerer politischer Parteien die in Opposition zum Kreml standen, den Kontakt zu amerikanischen Unternehmen und Politikern wie George W. Bush erklärte ihn der frühere russische Präsident Vladimir Putin zum Staatsfeind Nummer eins. Kurze Zeit später, bei der Rückkehr von einer Geschäftsreise im Oktober 2003, wurde Chodorkowski in Nowosibirsk aufgrund von Steuerhinterziehung und Betrug verhaltet und wird voraussichtlich bis 2016 inhaftiert sein.

An Chodorkowski scheiden sich die Geister – für die einen ist er ein charismatischer Unternehmer, ein Opfer, ein politischer Hoffnungsträger, für die anderen ein Landesverräter und Betrüger.

Am 17. November startet Der Fall Chodorkowski in den deutschen Kinos.

Wir freuen uns drauf, Greta&Luis

Bilder: farbfilm-verleih.de

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